Was sind Lithops/Lebende Steine?

Was sind Lithops/Lebende Steine?

Lithops_marmorata Abu Shawka

Bild: Lithops Marmorata – Abu Shawka

Lebende Steine bzw. Lithops stammen aus Afrika und sind aus der Familie der Mittagsblumengewächse. Die Pflanzen wachsen in sehr trockenden Gegenden, in denen es nur sehr wenige Regenfälle und Niederschläge gibt. Die Pflanzen sehen Steinen und Geröll zum verwechseln ähnlich, um nicht von Tieren oder Menschen gefressen zu werden. Die Körperform der Lithops ist darauf ausgelegt so wenig Wasser wie möglich abzugeben, um die extremen Temperaturen am Standort zu überleben. Obwohl Lithops sehr empfindlich gegenüber Wurzelfäule und nassen Wurzeln ist, benötigen sie im Sommer durchaus Feuchtigkeit, die im Habitat meistens in Form von Sommerregen zu den Pflanzen gelangt. Ähnlich wie bei vielen Kakteen (wie zum Beispiel Lophophora), besitzen die Pflanzen eine große Rübenwurzel die in der Lage ist Wasser aus sehr tiefen Schichten aufzunehmen, was den lebenden Steinen ermöglicht selbst an sehr trockenen Standorten zu wachsen.

Der normale Aufbau von Lithops besteht aus zwei großen und rundlichen Blättern, die man Loben nennt. In diesen Blättern sind Lithops in der Lage große Mengen Wasser zu speichern, um in Trockenzeiten für längere Zeit ohne Regenfälle auszukommen. Vor allem im Winter benötigen die Pflanzen einen Trockenstand, um nicht an Wurzelfäule zu verenden. Meistens sind Lithops an ihren Standorten kaum sichtbar und ein Großteil der Pflanzen befindet sich im unterirdischen Bereich. Dutrch das sogenannte „Fenster“ gelingt es den Pflanzen trotzt ihrer eingegrabenen Lebensweise einen gewissen Anteil Sonnenlicht aufzunehmen, was das Überleben der Pflanzen sichert. , Die Pflanzen können sehr variabel sein und passen sich weitestgehend den Gegebenheiten am Standort an. Natürlich können Lebende Steine keine Farbe ändern, doch sind die Pflanzen aus evolutionärer Sicht an ihren Standort angepasst und haben meistens eine Zeichnung, die auf dem örtlichen Untergrund nicht auffällt. Die Oberseite der Pflanzen kann ebenfalls eine komplett variable Konsistenz haben.

Diese Blätter sterben jedes Jahr von neuem ab und vertrocknen, während ein neues Blattpaar darunter zum Vorschein kommt. Die Wuchsperiode findet im afrikanischen Sommer statt, was in etwa dem deutschen Frühling entspricht. Die Größe der Lithops ist ebenfalls sehr variabel und unterscheidet sich von Fall zu Fall sehr. Es gibt sehr kleine Lithops Arten, während andere sehr groß werden können bzw. Büschel bilden. Die Lithops bilden meistens mit wachsemden Alter kleinere Gruppen, die büschelig zusammen wachsen und sich gegenseitig Schatten und Schutz vor Fressfeinden bieten. Die Pflanzen können zum Teil sehr alt werden und manchmal ein Alter von Jahrzenten erreichen wenn man die Pflanzen nicht durch Kulturfehler versehentlich tötet.

Die Blütezeit der Lithops finden wie bei vielen Kakteenarten im Spätsommer/Herbst statt und die Blüten sind bei weitem nicht so variabel wie das bei vielen Kakteenarten der Fall ist. Die Farbe der Blüten ist meistens weiß oder gelb, obwohl es auch Arten und Varietäten mit anderen Blütenfarben gibt. Meistens handelt es sich bei diesen Arten jedoch um Kultivare aus verschiedenen Gärtnereien, die durch genetische Auslese von Mutationen enstanden und selektiert wurden. Lithops sind selbst-steril, was heißt dass man zur Samenproduktion Pollen von einer weiteren Pflanze benötigt. Durch Bestäubung kann man gezielt Hybriden züchten, die auch im Aussehen und der Blüte sehr unterschiedlich sein können.Die Samenkapseln reifen meistens gegen Ende des Sommers heran und werden dann am Anfang der Regenzeit vom Regen weggespült und somit weitervermehrt. Durch den Regen öffnen sich oft die Samenkapseln, was dazu führt dass die Samen nicht verschwendet werden. Denn würden die Samen bei absoluter Dürre auf den Boden fallen, wäre es fast gänzlich ausgeschlossen dass der Samen keimen könnte.

Samen und Pflanzen von Lithops Arten kaufen: Es ist manchmal nicht ganz einfach zuverlässig Samen und Pflanzen von Lithops zu kaufen. In Baumärkten gibt es immer mal wieder einige Pflanzen die durch Massenvermehrung produziert sind, während seltenere Kultivare eher seltener zu finden sind und bei Spezialgärtnereien gekauft werden müssen. Diese Kultivare sind zum Teil auch sehr teuer. Es gibt aber auch einige sehr professionelle Züchter, die gelegentlich Samen von Lithops/Lebenden Steinen abgeben.

Die Aussaat von Lithops/ Lebenden Steinen: Der Samen von Lithops ist nur sehr klein und eine winzige Samenportion kann unter Umständen bereits 10-100 Samen enthalten. Der Samen ist meistens sehr lange haltbar, weshalb alter Lithops Samen oft noch sehr gut keimt. Ich habe schon gute Erfahrungen mit Samen gemacht der deutlich älter als fünf Jahre war. Eine Grenze was die Keimfähigkeit angeht ist mir nicht bekannt und man muss das einfach ausprobieren. Denn die Haltbarkeit von Samen hängt auch ganz von der Lagerung ab. Gute Lagerung ist, bei niedrigen Temperaturen und absoluter Trockenheit. Am besten auch ohne Sonneneinstrahlung da das auch die Keimfähigkeit herabsetzt.

Lithops Pflege: Die Pflege von Lithops ist eigentlich nicht so schwierig wie man oft erzählt bekommt. Was wichtig ist, ist das man unbedingt den Lebenszyklus der Pflanzen in Afrika fortführen sollte und den Pflanzen im Winter kein Wasser geben darf. Auch sollten die Lebenden Steine im Winter nicht an Orten gelagert werden, an denen Schimmel und Feuchtigkeit auftritt weil das schnell zu Fäule und dem Tod der Pflanzen führen kann. Wenn man aber die Trockenzeiten beachtet und die Pflanze im Frühling ein kleines bißchen wässert, dann kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Man sollte unbedingt beachten dass Lithops keine typischen Hauspflanzen sind, die wöchentlich stark gegossen werden. Man sollte wenn dann nur sehr spärlich gießen und auch nur, wenn die Erde wieder komplett abgetrocknet ist.

Lithops Substrat: Als Substrat für Lithops/Lebende Steine empfehle ich ein rein mineralisches Substrat, dass relativ wenig bis wenn möglich gar keinen Humus enthält, da das zu lange feucht bleibt und somit leicht mal zu Fäule führen kann. Es gibt sehr viele mineralische Substrate, wie zum Beispiel Bims, Seramis, Sand, usw.

Lithops Aussaat:

Die Aussaat von Lithops ist sehr einfach. Man sprinkelt die Samen am besten auf die feuchte Erde/Aussaatmedium, so dass die Samen vom Sonnenlicht „aufgeweckt“ werden können. Lithops Samen werden anders als Samen anderer Pflanzen nicht vergraben und man sollte gut aufpassen dass man die Samen nicht versehentlicht vergräbt. Zur Keimung empfehle ich difuses Licht, da direktes Sonnenlicht für die Samen zu hell und stark ist. Man kann zum Beispiel auch auf Aussaaterde aussäen, da diese relativ selten anfängt zu schimmeln.

Lithops vermehren:

Man kann Lithops durch Teilung aber auch durch Aussaat vermehren. Zur Samenproduktion benötigt man aber zwei Pflanzen. Die Aussaat ist relativ problemlos und wenn man bei der Bewurzelung keine Fehler macht ist das ein Kinderspiel.

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